Banner
Navigation

Navigation

loco-info.com
Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Preußische P 8

Deutsche Reichsbahn Baureihe 3810-40, Rumänische Eisenbahn Reihe 230, Polnische Staatsbahnen Ok1, Französische Staatsbahn 230 C, E, F und H, Belgische Eisenbahn Type 64 und Österreichische Bundesbahnen Reihe 638

Deutschland 1906 3948 gebaut
PD

Die P 8 war eine Personenzuglokomotive, die hauptsächlich als Nachfolgerin für die P 6 entwickelt worden war und später als Basis für die Entwicklung der S 10 genutzt wurde. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie mit fast 4.000 Exemplaren die meist gebaute Personenzug-Dampflok aller Zeiten war und bei beiden Bahnen im geteilten Deutschland bis in die Siebziger im Einsatz war.

Der preußische Bauartdezernent Robert Garbe entwickelte die P 8 als eine relativ einfache, aber trotzdem leistungsfähige und sparsame Maschine, was sich nach dem Ausmerzen einiger Kinderkrankheiten als voller Erfolg herausstellen sollte. Garbe war bereits im letzten Jahrzehnt des neunzehnten Jahrhunderts einer der Pioniere der Heißdampftechnik, die er auch bei der Konstruktion dieser Lok als Mittel zum Erreichen der geforderten Leistungen nutzte.

Ursprünglich war vorgesehen, dass die neue Lok für 110 km/h zugelassen werden soll und somit auch vor Schnellzügen eingesetzt werden kann. Im Betrieb stellte sich jedoch heraus, dass das Triebwerk mit zwei Zylindern und einem nicht ganz vollkommenen Massenausgleich nicht für diese Geschwindigkeiten geeignet war. Somit erfolgte nur eine Zulassung für 100 km/h. Die Laufruhe blieb weiterhin der größte Kritikpunkt an der P 8. Vor allem die etwas lose Kupplung zum Tender führte bei Rückwärtsfahrt zu schlechten Laufeigenschaften, weshalb der Lok in dieser Richtung sogar nur 50 km/h zugemutet werden konnten. Dies besserte sich erst in späteren Jahren, als die Wannentender der Kriegsloks an der P 8 eingesetzt wurden und rückwärts nun bis zu 85 km/h zuließen.

Ansonsten war die Lok ein gelungener Entwurf, der vor allem mit den Leistungen des Kessels glänzen konnte. Die Feuerbüchse zog sich bereits ein kleines Stück in den Langkessel hinein, was zum Teil wie eine Verbrennungskammer wirkte und zu einer guten Verdampfungsleistung führte.

Von 1906 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs wurden 2.350 Maschinen gebaut, von denen einige für die Bahnen von Oldenburg, Baden und Mecklenburg gefertigt wurden. Da sich die guten Eigenschaften der Lok auch bei den Siegermächten herumgesprochen hatten, mussten ganze 627 Exemplare als Reparationsleistungen abgegeben werden. Zum Auffüllen der Bestände lief die Produktion bis 1923 weiter. Daran beteiligt waren alle deutschen Lokomotivfabriken bis auf die Sächsische Maschinenfabrik Hartmann und die Maschinenfabrik Esslingen. Insgesamt wurde die Anzahl der gebauten P 8 auf 3.948 gebracht.

In der Zeit zwischen den Kriegen setzte die Reichsbahn die P 8 vor fast allen Zuggattungen ein, lediglich schwere Schnell- und Güterzüge waren besser angepassten Maschinen vorbehalten. Personenzug-Dampfloks mit der Achsfolge 2'C wurden zur Baureihe 38, wobei die P 8 mit dem Nummernkreis 3810-40 den größten Teil ausmachte. Auch nach dem Krieg konnten beide deutschen Bahnen nicht auf die Loks verzichten und somit endete ihr Einsatz bei der Reichsbahn 1972 und bei der Bundesbahn 1974. Bereits 1941 hatte man zwei Prototypen der Baureihe 23 in Achsfolge 1'C1' als Ersatz für die P 8 entwickelt, welche jedoch nicht in Serie gegangen war. In den Fünfzigern beschaffte man in beiden Teilen Deutschlands je etwas mehr als 100 Stück der sehr ähnlichen Baureihen 23 und 2310, welche jedoch auch kurz nach ihrem Vorbild ausgemustert wurden.

Im August 1921 posiert die Besatzung der Nr. 2535 im BW Trier zusammen mit ihrer Lok PD

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft Ausführung ca. 1910 Ausführung ca. 1921
Baujahre 1906-1923
Hersteller AEG, BMAG, Borsig, Hanomag, Henschel, Hohenzollern, Humboldt, MBG Karlsruhe, Linke-Hofmann, Schichau, Union Königsberg, Vulcan, Wolf
Achsformel 2'C h2
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft Ausführung ca. 1910 Ausführung ca. 1921
Länge Lok 11,20 m
Radstand 8,35 m
Leermasse 63,6 t 69,5 t
Dienstmasse 69,8 t 76 t
Reibungsmasse 47,7 t 51 t
Feste Radstände 4,58 m
Achslast 15,9 t 17 t
Wasservorrat 21.500 l
Brennstoffvorrat 7 t (Kohle)
Länge 18,59 m
Gesamtradstand 15,67 m
Gesamtmasse 127 t

Kessel

Eigenschaft Ausführung ca. 1910 Ausführung ca. 1921
Rostfläche 2,62 m² 2,68 m²
Feuerbüchse 14,7 m² 14,75 m²
Rohrheizfläche 135,9 m² 130,38 m²
Verdampfungsheizfläche 150,6 m² 145,13 m²
Überhitzerfläche 49,38 m² 58,9 m²
Gesamtheizfläche 200,0 m² 204,0 m²

Triebwerk

Eigenschaft Ausführung ca. 1910 Ausführung ca. 1921
Raddurchmesser 1.750 mm
Kesseldruck 12 bar
Bauart einfache Dampfdehnung
Zylinder zwei, 590 x 630 mm zwei, 575 x 630 mm

Leistung

Eigenschaft Ausführung ca. 1910 Ausführung ca. 1921
Energiequelle Dampf
Indizierte Leistung 868 kW (1.180 PS)
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h
Zugkraft 127,8 kN 121,4 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft Ausführung ca. 1910 Ausführung ca. 1921
Adhäsionskoeffizient 1 : 3,66 1 : 4,12
Optimale Geschwindigkeit 42 km/h 43 km/h
Leistungsgewicht 12,4 kW/t 11,4 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 322,9 m² 336,7 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 1.066,97 1 : 971,80
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,46 1 : 1,49
Zugkraft/Heizfläche 1 : 13,35 1 : 12,43
Rostfläche/Heizfläche 1 : 76,33 1 : 76,13
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 9,24 1 : 8,84
Gesamt/Überhitzer 1 : 3,05 1 : 2,46

Auf YouTube ansehen

Switch to English

Einstellungen

Ihre Einstellungen werden nur für diese Browser-Sitzung gespeichert.

Einwilligung zur Verwendung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Ihre Anzeigeeinstellungen zu speichern. Wenn Sie ablehnen, werden die Einstellungen nur für die aktuelle Browser-Sitzung vorgehalten.