Banner
Navigation

Navigation

loco-info.com
Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Badische IV e

Deutsche Reichsbahn Baureihe 3870

Deutschland 1894 83 gebaut
Locomotive Magazine, Oktober 1903

Die IV e wurde für Personen- und Schnellzüge entwickelt, um die älteren, vorwiegend zweifach gekuppelten Maschinen in dieser Rolle zu ergänzen bzw. zu ersetzen. Dabei ging es vor allem um die steigungsreiche Schwarzwaldbahn, wo die vorhandenen Loks dem steigenden Passagieraufkommen nicht mehr gewachsen waren. Somit lieferte Grafenstaden aus dem Elsaß ab 1894 dreifach gekuppelte Maschinen mit Vierzylinder-Verbundtriebwerk. Sie waren die ersten Loks mit der Achsfolge 2'C in Deutschland und zudem kam das erste Mal an einer Maschine mit drei Kuppelachsen ein Triebwerk der Bauart de Glehn zum Einsatz, also mit Antrieb auf zwei Achsen.

Das Fahrwerk baute auf einem innenliegenden Blechrahmen auf, während man das Drehgestell trotz der problematischen Laufeigenschaften mit dem von Grafenstaden bekannten Außenrahmen ausführte. Die Besonderheit diese in Deutschland eher seltenen Triebwerks war, dass die Hochdruckzylinder außen lagen und die Niederdruckzylinder innen, obwohl letztere über einen größeren Durchmesser verfügten. Zum Erreichen einer ausreichenden Zugkraft hatten die Kuppelräder einen Durchmesser von nur 1.600 mm, was die Geschwindigkeit auf 90 km/h begrenzte. Bei Versuchsfahrten wurden Leistungen von etwa 800 PS gemessen und ein 250 Tonnen schwerer Zug konnte in der Ebene mit 75 km/h befördert werden.

Die Produktion umfasste bis 1901 insgesamt 83 Exemplare, welche auch von der MBG Karlsruhe geliefert wurden. Schon kurz nach der Jahrhundertwende verdrängten die stärkeren Maschinen der Gattungen II d und IV f die IV e aus dem Schnellzugdienst, in der Folge wurde sie nur noch vor regulären Personenzügen eingesetzt. Ab dem Beginn des Ersten Weltkriegs begannen die Ausmusterungen, so dass die Reichsbahn 1925 noch 35 Stück übernehmen und als Baureihe 3870 einordnen konnte. Die letzten wurden 1932 abgestellt. Heute ist keine der Maschinen mehr vorhanden, da das einzige, als Schnittmodell in einem Museum aufbewahrte Modell im Zweiten Weltkrieg zusammen mit dem Museum abbrannte.

Technische Daten

Allgemein

Baujahre
1894-1901
Hersteller
Grafenstaden, MBG Karlsruhe
Achsformel
2'C n4v
Spurweite
1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Länge
17,52 m
Radstand
7,45 m
Gesamtradstand
13,87 m
Leermasse
52,8 t
Dienstmasse
58,3 t
Reibungsmasse
40,5 t
Gesamtmasse
101,1 t
Feste Radstände
3,60 m
Achslast
13,5 t
Wasservorrat
13.500 l
Brennstoffvorrat
4 t (Kohle)

Kessel

Rostfläche
2,1 m²
Feuerbüchse
11,15 m²
Rohrheizfläche
117,3 m²
Verdampfungsheizfläche
128,45 m²
Gesamtheizfläche
128,5 m²

Triebwerk

Raddurchmesser
1.600 mm
Kesseldruck
12 bar
Bauart
Verbund
Zylinder
vier, HD: 350 x 640 mm und ND: 550 x 640 mm

Leistung

Energiequelle
Dampf
Indizierte Leistung
596 kW (810 PS)
Höchstgeschwindigkeit
90 km/h
Zugkraft
71,1 kN
Zugkraft einfach
85,4 kN

Berechnete Werte

Adhäsionskoeffizient
1 : 5,58
Optimale Geschwindigkeit
51 km/h
Leistungsgewicht
10,2 kW/t
Heizflächen-Äquivalent
184,2 m²
Zylindervolumen/HFÄ
1 : 1.494,05
Reibungsmasse/Gesamt
1 : 1,44
Zugkraft/Heizfläche
1 : 11,57
Rostfläche/Heizfläche
1 : 61,17
Feuerbüchse/Rohrheizfläche
1 : 10,52
Switch to English

Einstellungen

Ihre Einstellungen werden nur für diese Browser-Sitzung gespeichert.

Einwilligung zur Verwendung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Ihre Anzeigeeinstellungen zu speichern. Wenn Sie ablehnen, werden die Einstellungen nur für die aktuelle Browser-Sitzung vorgehalten.