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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Preußische S 5

Deutsche Reichsbahn Baureihe 136-8

Deutschland 1894 408 gebaut
S 52 noch mit alter Markierung als S 3 Hannover 297 Werksfoto Vulcan PD

Bei der S 5 handelte es sich um Schnellzugloks mit Verbundtriebwerk, die Teil der Entwicklungslinie der Preußischen 2'B-Maschinen von der S 2 bis zur S 6 waren und genaugenommen eine verstärkte Entwicklung der S 3 waren. Man blieb beim Einsatz von Nassdampf, um nicht zu viele neuartige Technologien gleichzeitig zu verwenden.

Die erste Maschine mit der Bezeichnung S 51 war eine Vierzylinderlok der Bauart de Glehn, die 1894 fertiggestellt wurde und mit Kuppelrädern von 2.150 mm Durchmesser ausschließlich für das Flachland konzipiert worden war. 22 Serienmaschinen entstanden 1902 und 1903 bei Grafenstaden und Henschel mit dem typischen preußischen Raddurchmesser von 1.980 mm. Basierend auf dieser bestellten die Reichseisenbahnen Elsass-Lothringen ähnliche Maschinen, die sie als S 5 bezeichneten.

Weitere 17 Loks der Gattung fertigte Hanomag zwischen 1900 und 1903, die jedoch in der Bauart von Borries ausgeführt waren. Somit wirkten alle vier Zylinder auf die erste Kuppelachse. Beide Bauarten der S 51 bewährten sich in Preußen nicht sonderlich, weshalb man auf die Beschaffung weiterer Serien verzichtete und die bestehenden Loks bis zu Anfang der Zwanziger Jahre einsetzte.

Schließlich entwickelte man eine neue Lokomotive mit nur zwei Zylindern in Verbundbauart. Da diese wieder näher an der S 3 war, nannte man sie bis 1911 noch „verstärkte S 3”, nannte sie jedoch dann in S 52 um. Die Produktion wurde von Vulcan und Schichau übernommen, welche bereits die zugrundeliegende Gattung gebaut hatten. In den Jahren 1905 bis 1911 wurden 367 dieser Maschinen hergestellt. Neben den Preußischen Staatsbahnen beschafften die Lübeck-Büchener Eisenbahn sieben Maschinen dieses Typs und die Oldenburgische Staatsbahn elf, die eine Lentz-Ventilsteuerung erhielten.

Im Vergleich zur S 51 wurde eine größere Zahl der S 52 von der Reichsbahn übernommen und mit den Nummern 13 651 bis 13 850 versehen. Von den Loks der LBE überlebte nur eine bis zur Übernahme im Jahr 1938, diese wurde zur 13 001. Zu dieser Zeit waren bereits alle anderen Maschinen ausgemustert, jedoch gelangten im Zweiten Weltkrieg 22 Stück zurück nach Deutschland, die nach dem Ersten Weltkrieg nach Polen abgegeben worden waren. Sie kamen zum größten Teil in die DDR und wurden um 1955 wieder nach Polen gegeben.

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft S 51 de Glehn S 51 von Borries S 52
Baujahre 1894, 1902-1903 1900-1903 1905-1911
Hersteller Grafenstaden, Henschel Hanomag Vulcan, Schichau
Achsformel 2'B n4v 2'B n2v
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft S 51 de Glehn S 51 von Borries S 52
Radstand 7,45 m 7,50 m 7,60 m
Dienstmasse 54 t 52,8 t 53,6 t
Reibungsmasse 32 t 31,4 t 32,7 t
Feste Radstände 3,00 m 2,70 m
Achslast 16 t 16,1 t 17,1 t
Wasservorrat 15.000 l 16.000 l 21.500 l
Brennstoffvorrat 5 t (Kohle) 7 t (Kohle)
Länge 17,65 m 17,76 m

Kessel

Eigenschaft S 51 de Glehn S 51 von Borries S 52
Rostfläche 2,27 m² 2,32 m²
Feuerbüchse 11,35 m² 9,6 m² 11,15 m²
Rohrheizfläche 121,96 m² 118,6 m² 136,43 m²
Verdampfungsheizfläche 133,31 m² 128,2 m² 147,58 m²
Gesamtheizfläche 133,3 m² 128,2 m² 147,6 m²

Triebwerk

Eigenschaft S 51 de Glehn S 51 von Borries S 52
Raddurchmesser 1.980 mm
Kesseldruck 14 bar 12 bar
Bauart Verbund
Zylinder vier, HD: 340 x 640 mm und ND: 530 x 640 mm vier, HD: 330 x 600 mm und ND: 520 x 600 mm zwei, HD: 475 x 600 mm und ND: 700 x 600 mm

Leistung

Eigenschaft S 51 de Glehn S 51 von Borries S 52
Energiequelle Dampf
Geschätzte Leistung 550 kW (748 PS) 500 kW (680 PS)
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h
Zugkraft 63,0 kN 56,0 kN 47,8 kN
Zugkraft einfach 75,6 kN 67,2 kN 57,3 kN
Indizierte Leistung 571 kW (776 PS)

Berechnete Werte

Eigenschaft S 51 de Glehn S 51 von Borries S 52
Adhäsionskoeffizient 1 : 4,98 1 : 5,50 1 : 6,72
Optimale Geschwindigkeit 53 km/h 55 km/h 72 km/h
Leistungsgewicht 10,2 kW/t 9,5 kW/t 10,7 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 190,1 m² 176,2 m² 203,3 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 1.354,36 1 : 1.305,67 1 : 1.090,72
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,69 1 : 1,68 1 : 1,64
Zugkraft/Heizfläche 1 : 9,87 1 : 9,12 1 : 6,76
Rostfläche/Heizfläche 1 : 58,73 1 : 56,48 1 : 63,61
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 10,75 1 : 12,35 1 : 12,24
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