Da Polen nach dem Krieg neue Elektrolokomotiven benötigte und noch keine eigene Industrie in diesem Bereich hatte, wurden diese weiterhin bei ausländischen Lieferanten bestellt. In den 1950er Jahren begann Pafawag mit der Fertigung von Elektrolokomotiven, war jedoch weiterhin auf aus dem Ausland gelieferte elektrische Komponenten angewiesen. Für die Produktion von sieben vierachsigen Elektrolokomotiven, die wieder auf den Warschauer Stadtbahnstrecken eingesetzt werden sollten, wurden die elektrischen Komponenten bei English Electric bestellt. Im Jahr 1957 wurde eine achte Lokomotive mit polnischen elektrischen Komponenten gebaut, die eine etwas geringere Leistung hatte. Die Serienbezeichnung bei der PKP lautete zunächst E110, dann E02 und schließlich EP02.
Technisch wiesen die Loks viele Gemeinsamkeiten mit der EL.100 auf. Optisch unterschieden sie sich vor allem durch einen moderneren, strömungsgünstigeren Lokkasten. Da die elektrische Ausrüstung nicht mehr dem neuesten Stand entsprach und es Probleme mit der Qualität bei der Fertigung der mechanischen Teile gab, mussten zunächst viele Kinderkrankheiten ausgebessert werden. Trotzdem setzte man sie bis in die Sechziger im Schnellzugdienst und später vor Personenzügen ein. Als zunehmend technische Probleme auftraten, wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h reduziert, worauf bald die Abstellung folgte. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst verbrachten einige Exemplare noch lange Jahre als stationäre Heizloks für Personenzüge, die letzte bis 1992.