South African Klasse 21
In den späten dreißiger Jahren entwarf A.G. Watson eine schwere Lokomotive für den gemischten Dienst, deren Achslast auf 15 Tonnen begrenzt werden musste. Da er eine Abneigung gegen Gelenklokomotiven hatte, musste sie fünf Kuppelachsen und ein zweiachsiges Nachlaufdrehgestell zur Aufnahme des Gewichts der Feuerbüchse erhalten. Daraus ergab sich die Achsfolge 1'E2', und es waren einige Maßnahmen erforderlich, um die Durchfahrt durch die engen Kurven auf Nebenstrecken zu ermöglichen. So hatte die erste Kuppelachse ein Seitenspiel von 44 mm und die dritte sowie vierte Kuppelachse hatten spurkranzlose Räder. Der Kessel entsprach der Standardbauart Nr. 3B, die auch bei den Hauptstreckenklassen 15E, 15F und 23 verwendet wurde. Um innerhalb der Achslastgrenze zu bleiben, wurde Gewicht durch die Verwendung eines geschweißten Führerhauses, durch Tritt- und Umlaufbleche aus Duraluminium sowie durch die Fertigung hohler Achsen und Kurbelzapfen eingespart.
North British baute 1937 nur eine einzige Lokomotive, die als Klasse 21 bezeichnet und mit der Nummer 2551 versehen wurde. Sie sollte wie andere Watson-Konstruktionen eine rotierende Nockenwellensteuerung erhalten, doch W.A.J. Day, der inzwischen verantwortlich war, änderte dies zugunsten einer Heusinger-Steuerung. Nach einigen Jahren wurde sie mit großen Windleitblechen ausgerüstet. Die Lokomotive selbst hatte gute Laufeigenschaften, was für den mit einem mechanischen Stoker ausgerüsteten Tender Typ FT nicht uneingeschränkt galt. Dieser hatte vier mittlere Achsen, die im Rahmen gelagert waren, sowie an jedem Ende eine radial einstellbare Achse. Er fasste 25.400 Liter Wasser und zehn Tonnen Kohle. Die schwerere Klasse 22 mit derselben Achsfolge wurde nie gebaut.
Die Nr. 2551 wurde hauptsächlich vor den rhodesischen Postzügen eingesetzt, wo sie ihre Leistung und ihre vergleichsweise hohe Geschwindigkeit ausspielen konnte. Unglücklicherweise dauerte es nicht lange, bis die Garratt-Lokomotiven der Klasse GM mit der Achsfolge (2'D1')(1'D2') eintrafen und bei dieser Aufgabe bessere Leistungen erzielten. Anschließend kam sie auf der Strecke zwischen Pretoria und dem östlichen Transvaal zum Einsatz, doch dort stellte sich heraus, dass Lokomotiven mit vier Kuppelachsen für kurvenreiche Strecken besser geeignet waren. Während des Zweiten Weltkriegs erhielt sie die besondere Aufgabe, schwere Militärzüge zu befördern. Die Lokomotive wurde 1952 nach nur 15 Dienstjahren verschrottet. Da der Kessel einer Standardbauart entsprach, wurde er als Ersatz für eine andere Lokomotive verwendet.
Technische Daten
Allgemein
- Baujahre
- 1937
- Hersteller
- North British
- Achsformel
- 1'E2' h2
- Spurweite
- 1.067 mm (Kapspur)
Abmessungen und Gewichte
- Länge
- 23,42 m
- Radstand
- 11,20 m
- Gesamtradstand
- 20,83 m
- Dienstmasse
- 108,3 t
- Reibungsmasse
- 74 t
- Gesamtmasse
- 175,2 t
- Feste Radstände
- 5,72 m
- Achslast
- 15,2 t
- Wasservorrat
- 25.400 l
- Brennstoffvorrat
- 10,2 t (Kohle)
Kessel
- Rostfläche
- 5,853 m²
- Feuerbüchse
- 21,554 m²
- Rohrheizfläche
- 294,317 m²
- Verdampfungsheizfläche
- 315,871 m²
- Überhitzerfläche
- 62,803 m²
- Gesamtheizfläche
- 378,7 m²
Triebwerk
- Raddurchmesser
- 1.372 mm
- Kesseldruck
- 14,5 bar
- Bauart
- einfache Dampfdehnung
- Zylinder
- zwei, 610 x 660 mm
Leistung
- Energiequelle
- Dampf
- Geschätzte Leistung
- 1.864 kW (2.534 PS)
- Zugkraft
- 220,2 kN
Berechnete Werte
- Adhäsionskoeffizient
- 1 : 3,30
- Optimale Geschwindigkeit
- 51 km/h
- Leistungsgewicht
- 17,2 kW/t
- Heizflächen-Äquivalent
- 549,2 m²
- Zylindervolumen/HFÄ
- 1 : 701,86
- Reibungsmasse/Gesamt
- 1 : 1,46
- Zugkraft/Heizfläche
- 1 : 12,15
- Rostfläche/Heizfläche
- 1 : 64,70
- Feuerbüchse/Rohrheizfläche
- 1 : 13,65
- Gesamt/Überhitzer
- 1 : 5,03