Die ET21 war die erste Elektrolokomotive, die vollständig in Polen entwickelt und hergestellt wurde. Während bei der EP02 noch elektrische Komponenten von English Electric zum Einsatz kamen, wurde die Elektrik der neuen Lokomotive in Polen gebaut, basierte jedoch in einigen Punkten auf der sowjetischen ВЛ22М (WL22M). Pafawag bezeichnete den Typ als 3E, bei der PKP wurde er zu ET21. Sie waren für den Güterverkehr unter 3 kV Gleichstrom ausgelegt und hatten zwei dreiachsige Drehgestelle.
Sie hatten eine Stundenleistung von 2.400 kW und eine Dauerleistung von 1.860 kW. Bei einem Übersetzungsverhältnis für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h betrug die Anfahrzugkraft 258 kN. Wie bei den meisten Gleichstromlokomotiven wurde die Leistung durch die Reihenschaltung aller Fahrmotoren, durch Parallelschaltung beider Drehgestelle und die Reihenschaltung der Fahrmotoren oder durch die Parallelschaltung aller Fahrmotoren geregelt. Für die Übergänge zwischen diesen Einstellungen wurden Widerstände verwendet. Zusätzlich wurden mit drei Stufen der Feldschwächung weitere Fahrstufen geschaffen.
Nachdem zwischen 1957 und 1960 70 Lokomotiven des ursprünglichen Typs 3E gebaut worden waren, wurden alle weiteren als Typ 3E/1 gebaut, der 7,7 Tonnen leichter war. Von einer Gesamtproduktion von 726 gingen 658 an die PKP. Die übrigen gingen an Industrie- und Privatbahnen, die sie als ET21M bezeichneten. Die PKP musterte bereits in den siebziger Jahren die ersten Lokomotiven des ursprünglichen Typs 3E aus, aber eine mittlere zweistellige Anzahl der 3E/1 überlebte bis ins 21. Jahrhundert. Einige der von privaten Betreibern eingesetzten Lokomotiven sind noch immer auf Sandbahnen in Oberschlesien im Einsatz.