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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Preußische T 6

Polnische Staatsbahnen OKl1

Deutschland 1902 12 gebaut
Die Lokomotive, Juni 1904

Zu Anfang des Jahrhunderts bestand auf den Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen der Bedarf, die zweifach gekuppelten Loks gegen stärkere zu ersetzen. Die Anforderung bestand hierbei darin, einen 240 Tonnen schweren Personenzug aus 14 Wagen zwischen den Stationen auf eine Grundgeschwindigkeit von 60 km/h zu beschleunigen. Zu diesem Zeitpunkt sahen die Verantwortlichen noch Schwierigkeiten darin, diese Vorgaben mit elektrischer Traktion zu erfüllen. Somit gab Wittfeld starke dreifach gekuppelte Tenderloks in Auftrag. Da man statt der 14 Tonnen Achslast wie bei der Wiener Stadtbahn hier erst eine Begrenzung bei 17 Tonnen hatte, konnte man diese zur Erreichung der geforderten Leistungen ausnutzen.

Neben den konventionellen T 11 und T 12 mit Heißdampf-Zwillingstriebwerk entstand dabei auch die T 6, die mit Nassdampf betrieben wurde, aber drei großzügig bemessene Zylinder hatte. Während die Außenzylinder wie üblich zwischen der Vorlaufachse und der ersten Kuppelachse angebracht waren und auf die zweite Kuppelachse wirkten, befand sich der Innenzylinder horizontal vor der Vorlaufachse und wirkte auf die erste Kuppelachse. Die Vorlaufachse war als Adamsachse ausgebildet, während die Nachlaufachse gemeinsam mit der dritten Kuppelachse ein Krauss-Helmholtz-Lenkgestell bildete. Im Kessel kam eine Rauchverzehrungs-Einrichtung der Bauart Langer-Marcotty zum Einsatz, welche den Ruß durch Zuführung von Oberluft in der Feuerbüchse verbrannte.

Bei den Erprobungen hatte sich gezeigt, dass die Zylinder im Vergleich zum Kessel überdimensioniert waren und zu einem hohen Kohleverbrauch geführt haben. Außerdem waren sie auch im Vergleich zur Reibungsmasse zu groß, was zu einem Adhäsionskoeffizient kleiner als drei führte und bedeutete, dass die Loks beim Anfahren oft schleuderten. Außerdem konnten die geforderten Beschleunigungsleistungen nicht erreicht werden, während die sparsameren T 11 und T 12 sie erreichten. Somit blieb es bei den zwölf Vorserienmaschinen der T 6.

Von den zwölf Maschinen gingen zwei an die Direktion Altona. Bei den Berliner Maschinen wurde bis 1908 der mittlere Zylinder entfernt. Sie fanden hauptsächlich Verwendung für Eilgüterzüge und als Aushilfe zu Zeiten starken Verkehrs, während ihre zahlenmäßig deutlich überlegenen Schwestern die Vorortzüge zogen. 1913 wurden sie in andere Regionen verlegt, so dass nach dem Ersten Weltkrieg fünf Exemplare als OKl1 Dienst bei der PKP taten. Die in Deutschland verbliebenen Loks wurden bereits kurz nach Kriegsende ausgemustert, so dass sie keine Reichsbahn-Nummern mehr bekamen.

Technische Daten

Allgemein

Baujahre
1902
Hersteller
BMAG
Achsformel
1'C1' n3t
Spurweite
1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Länge
13,40 m
Radstand
9,00 m
Leermasse
62 t
Dienstmasse
78,1 t
Reibungsmasse
50,5 t
Feste Radstände
3,80 m
Achslast
17 t
Wasservorrat
6.700 l
Brennstoffvorrat
2,5 t (Kohle)

Kessel

Rostfläche
2,3 m²
Feuerbüchse
11,891 m²
Rohrheizfläche
142,501 m²
Verdampfungsheizfläche
154,392 m²
Gesamtheizfläche
154,4 m²

Triebwerk

Raddurchmesser
1.500 mm
Kesseldruck
14 bar
Bauart
einfache Dampfdehnung
Zylinder
drei, 500 x 630 mm

Leistung

Energiequelle
Dampf
Geschätzte Leistung
550 kW (748 PS)
Höchstgeschwindigkeit
75 km/h
Zugkraft
187,4 kN

Berechnete Werte

Adhäsionskoeffizient
1 : 2,64
Optimale Geschwindigkeit
18 km/h
Leistungsgewicht
7,0 kW/t
Heizflächen-Äquivalent
213,8 m²
Zylindervolumen/HFÄ
1 : 1.735,36
Reibungsmasse/Gesamt
1 : 1,55
Zugkraft/Heizfläche
1 : 25,35
Rostfläche/Heizfläche
1 : 67,13
Feuerbüchse/Rohrheizfläche
1 : 11,98
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