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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Österreichische Bundesbahnen (BBÖ) Reihe 214

Österreichische Bundesbahnen Reihe 12 und Rumänische Eisenbahn Serie 142

Österreich, Rumänien 1928 93 gebaut
PD

Bei den immer weiter gestiegenen Zuggewichten von mittlerweile 550 bis 600 Tonnen versuchte die BBÖ Ende der Zwanziger, die Durchschnittsgeschwindigkeiten zu erhöhen. Statt die Höchstgeschwindigkeit im Flachland noch weiter zu erhöhen, wollte man die Geschwindigkeiten im Gebirge deutlich erhöhen. Da die Elektrifizierung der österreichischen Strecken jedoch nicht so schnell vorankam wie erhofft, entstand der Bedarf nach leistungsfähigen Schnellzug-Dampflokomotiven. Um eine ähnliche Leistung wie die damaligen E-Loks erreichen zu können, waren außergewöhnlich große Loks vonnöten.

Da man in Österreich schon gute Erfahrungen mit Schnellzugloks mit nachlaufendem Drehgestell und der Achsfolge 1'C2' hatte, entwarf man Loks der Achsfolge 1'D2'. Dies erlaubte dank vier angetriebener Achsen eine hohe Reibungsmasse, aber dank dem Drehgestell gleichzeitig auch eine lange und breite Feuerbüchse. Auf Grund der 1.940 mm großen Räder und dem Antrieb auf die dritte Kuppelachse waren die längsten Treibstangen nötig, die jemals an einer Dampflok verbaut wurden. Dieser Rekord wurde auch später von keiner anderen Lok übertroffen. Als Prototypen wurden die 114.01 mit drei Zylindern und die 214.01 mit zwei Zylindern gebaut.

Da der besseren Laufruhe bei der Dreizylinderlok ein merklich höherer Verbrauch gegenüber stand, wurde die 214 als Serienmodell ausgewählt. Es entstanden 1931 und 1936 jeweils sechs Stück bei der Lokomotivfabrik Floridsdorf. Sie waren die stärksten Schnellzugloks in Europa und kamen auf der Westbahn bis nach Passau zum Einsatz. Bei Versuchen wurden bis zu 155 km/h erreicht. Bei der Deutschen Reichsbahn wurden sie ab 1938 zur Baureihe 12 und behielten diese Nummer auch später bei der ÖBB. Nach der Elektrifizierung der Westbahn kamen sie im Süden von Österreich zum Einsatz, wo sich auf Grund der engeren Kurvenradien ein höherer Verschleiß einstellte. Dies führte dazu, dass die Loks nach 1956 nicht mehr vor Schnellzügen zum Einsatz kamen und bis 1962 ausgemustert wurden.

Die Rumänischen Staatsbahnen CFR erwarben die Lizenz zum Bau dieser Lokomotiven und fertigten 79 Exemplare, die dort als Baureihe 142 bezeichnet wurden. In Österreich sind die 12.10 und 12.14 noch erhalten. Bei letzterer handelt es sich tatsächlich um die CFR 142.063, die in den 1980er Jahren von der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG) erworben wurde und eine ursprünglich nicht vergebene österreichische Nummer erhielt. Mindestens drei Exemplare sind in Rumänien erhalten geblieben. Dabei handelt es sich um die 142.008, 142.044 und 142.072.

12.10 im Jahr 1972 beim Tag der offenen Tür bei der ÖBB TARS631

Technische Daten

Allgemein

Baujahre
1928-1939
Hersteller
Floridsdorf, Re&#537, i&#539, a
Achsformel
1'D2' h2
Spurweite
1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Länge
22,58 m
Länge Lok
15,04 m
Leermasse
107 t
Dienstmasse
118 t
Reibungsmasse
72 t
Gesamtmasse
178 t
Achslast
18 t
Wasservorrat
29.500 l
Brennstoffvorrat
8 t (Kohle)

Kessel

Rostfläche
4,72 m²
Feuerbüchse
18,8 m²
Rohrheizfläche
264,7 m²
Verdampfungsheizfläche
283,5 m²
Überhitzerfläche
91 m²
Gesamtheizfläche
374,5 m²

Triebwerk

Raddurchmesser
1.940 mm
Kesseldruck
15 bar
Bauart
einfache Dampfdehnung
Zylinder
zwei, 650 x 720 mm

Leistung

Energiequelle
Dampf
Indizierte Leistung
2.162 kW (2.940 PS)
Höchstgeschwindigkeit
110 km/h
Zugkraft
199,9 kN

Berechnete Werte

Adhäsionskoeffizient
1 : 3,53
Optimale Geschwindigkeit
66 km/h
Leistungsgewicht
18,3 kW/t
Heizflächen-Äquivalent
559,5 m²
Zylindervolumen/HFÄ
1 : 854,04
Reibungsmasse/Gesamt
1 : 1,64
Zugkraft/Heizfläche
1 : 11,15
Rostfläche/Heizfläche
1 : 79,34
Feuerbüchse/Rohrheizfläche
1 : 14,08
Gesamt/Überhitzer
1 : 3,12
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