Österreichische Bundesbahnen (BBÖ) Reihe 214
Österreichische Bundesbahnen Reihe 12 und Rumänische Eisenbahn Serie 142
Bei den immer weiter gestiegenen Zuggewichten von mittlerweile 550 bis 600 Tonnen versuchte die BBÖ Ende der Zwanziger, die Durchschnittsgeschwindigkeiten zu erhöhen. Statt die Höchstgeschwindigkeit im Flachland noch weiter zu erhöhen, wollte man die Geschwindigkeiten im Gebirge deutlich erhöhen. Da die Elektrifizierung der österreichischen Strecken jedoch nicht so schnell vorankam wie erhofft, entstand der Bedarf nach leistungsfähigen Schnellzug-Dampflokomotiven. Um eine ähnliche Leistung wie die damaligen E-Loks erreichen zu können, waren außergewöhnlich große Loks vonnöten.
Da man in Österreich schon gute Erfahrungen mit Schnellzugloks mit nachlaufendem Drehgestell und der Achsfolge 1'C2' hatte, entwarf man Loks der Achsfolge 1'D2'. Dies erlaubte dank vier angetriebener Achsen eine hohe Reibungsmasse, aber dank dem Drehgestell gleichzeitig auch eine lange und breite Feuerbüchse. Auf Grund der 1.940 mm großen Räder und dem Antrieb auf die dritte Kuppelachse waren die längsten Treibstangen nötig, die jemals an einer Dampflok verbaut wurden. Dieser Rekord wurde auch später von keiner anderen Lok übertroffen. Als Prototypen wurden die 114.01 mit drei Zylindern und die 214.01 mit zwei Zylindern gebaut.
Da der besseren Laufruhe bei der Dreizylinderlok ein merklich höherer Verbrauch gegenüber stand, wurde die 214 als Serienmodell ausgewählt. Es entstanden 1931 und 1936 jeweils sechs Stück bei der Lokomotivfabrik Floridsdorf. Sie waren die stärksten Schnellzugloks in Europa und kamen auf der Westbahn bis nach Passau zum Einsatz. Bei Versuchen wurden bis zu 155 km/h erreicht. Bei der Deutschen Reichsbahn wurden sie ab 1938 zur Baureihe 12 und behielten diese Nummer auch später bei der ÖBB. Nach der Elektrifizierung der Westbahn kamen sie im Süden von Österreich zum Einsatz, wo sich auf Grund der engeren Kurvenradien ein höherer Verschleiß einstellte. Dies führte dazu, dass die Loks nach 1956 nicht mehr vor Schnellzügen zum Einsatz kamen und bis 1962 ausgemustert wurden.
Die Rumänischen Staatsbahnen CFR erwarben die Lizenz zum Bau dieser Lokomotiven und fertigten 79 Exemplare, die dort als Baureihe 142 bezeichnet wurden. In Österreich sind die 12.10 und 12.14 noch erhalten. Bei letzterer handelt es sich tatsächlich um die CFR 142.063, die in den 1980er Jahren von der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG) erworben wurde und eine ursprünglich nicht vergebene österreichische Nummer erhielt. Mindestens drei Exemplare sind in Rumänien erhalten geblieben. Dabei handelt es sich um die 142.008, 142.044 und 142.072.
Technische Daten
Allgemein
- Baujahre
- 1928-1939
- Hersteller
- Floridsdorf, Reș, iț, a
- Achsformel
- 1'D2' h2
- Spurweite
- 1.435 mm (Normalspur)
Abmessungen und Gewichte
- Länge
- 22,58 m
- Länge Lok
- 15,04 m
- Leermasse
- 107 t
- Dienstmasse
- 118 t
- Reibungsmasse
- 72 t
- Gesamtmasse
- 178 t
- Achslast
- 18 t
- Wasservorrat
- 29.500 l
- Brennstoffvorrat
- 8 t (Kohle)
Kessel
- Rostfläche
- 4,72 m²
- Feuerbüchse
- 18,8 m²
- Rohrheizfläche
- 264,7 m²
- Verdampfungsheizfläche
- 283,5 m²
- Überhitzerfläche
- 91 m²
- Gesamtheizfläche
- 374,5 m²
Triebwerk
- Raddurchmesser
- 1.940 mm
- Kesseldruck
- 15 bar
- Bauart
- einfache Dampfdehnung
- Zylinder
- zwei, 650 x 720 mm
Leistung
- Energiequelle
- Dampf
- Indizierte Leistung
- 2.162 kW (2.940 PS)
- Höchstgeschwindigkeit
- 110 km/h
- Zugkraft
- 199,9 kN
Berechnete Werte
- Adhäsionskoeffizient
- 1 : 3,53
- Optimale Geschwindigkeit
- 66 km/h
- Leistungsgewicht
- 18,3 kW/t
- Heizflächen-Äquivalent
- 559,5 m²
- Zylindervolumen/HFÄ
- 1 : 854,04
- Reibungsmasse/Gesamt
- 1 : 1,64
- Zugkraft/Heizfläche
- 1 : 11,15
- Rostfläche/Heizfläche
- 1 : 79,34
- Feuerbüchse/Rohrheizfläche
- 1 : 14,08
- Gesamt/Überhitzer
- 1 : 3,12