Sächsische II K
Die Gattung II K bestand aus zwei Double-Fairlie-Lokomotiven, die von der britischen Firma R. & W. Hawthorn für die sächsischen Schmalspurbahnen gebaut wurden. Ihre Bauart machte sie einzigartig unter den deutschen Bahnen, jedoch verhinderten ihre eklatanten Mängel die Beschaffung von Serienmaschinen. Diese Loks wurden beschafft, da man für die kurven- und steigungsreichen Strecken nach der richtigen Bauart suchte. Double Fairlie-Lokomotiven bestanden im Wesentlichen aus zwei Rücken and Rücken verbundenen Lokomotiven, hatten jedoch einen gemeinsamen Kessel mit zwei Feuerbüchsen in der Mitte. Unter den Lokomotiven waren zwei zweiachsige Drehgestelle angebracht, bei denen alle Achsen angetrieben waren.
Diese Bauart eignete sich besonders für die engen Radien, da die Fahrwerke in Drehgestellen gelagert waren und somit eine sehr große Bewegungsfreiheit zuließen. Der Betrieb stellte jedoch zumindest für den zweiten Mann eine sehr große Herausforderung dar, da er beide Feuerbüchsen gleichzeitig bestücken und kontrollieren musste. Hinzu kamen die engen Platzverhältnisse im Führerhaus, die kaum Bewegungsfreiheit ermöglichten.
Vor allem aus dem letzteren Grund wurden keine weiteren II K beschafft und stattdessen die III K entwickelt. Zudem wurde angeführt, dass das Gewicht zu hoch für die vorhandenen Strecken sei. Beide Prototypen blieben weiter im Einsatz, bis die erste Maschine 1903 und die zweite 1909 ausgemustert wurden. Vier Jahre später wurde aus vier Exemplaren der I K je eine neue Doppellok gebaut, die ebenfalls die Bezeichnung II K erhielten. Vor der Benennung als II K bzw. K II wurden die Loks als Htn F TK bezeichnet, woraus sich die Eigenschaften dieser Loks herleiten ließen. Htn stand für den Hersteller Hawthorn, F für Fairlie, T für Tenderlok und K bezeichnete schließlich alle Lokomotiven für 750 mm Spurweite.
Technische Daten
Allgemein
- Baujahre
- 1885
- Hersteller
- Black, Hawthorn & Co., Leslie & Co.
- Achsformel
- B'B' n4t
- Spurweite
- 750 mm (750 mm)
Abmessungen und Gewichte
- Länge
- 8,95 m
- Radstand
- 8,48 m
- Wasservorrat
- 2.900 l
- Brennstoffvorrat
- 0,9 t (Kohle)
Kessel
- Rostfläche
- 1,2 m²
- Feuerbüchse
- 6,5 m²
- Rohrheizfläche
- 64,4 m²
- Verdampfungsheizfläche
- 70,9 m²
- Gesamtheizfläche
- 70,9 m²
Triebwerk
- Raddurchmesser
- 813 mm
- Kesseldruck
- 10 bar
- Bauart
- einfache Dampfdehnung
- Zylinder
- vier, 215 x 355 mm
Leistung
- Energiequelle
- Dampf
- Geschätzte Leistung
- 175 kW (238 PS)
- Höchstgeschwindigkeit
- 30 km/h
- Zugkraft
- 34,3 kN
Berechnete Werte
- Optimale Geschwindigkeit
- 31 km/h
- Heizflächen-Äquivalent
- 103,4 m²
- Zylindervolumen/HFÄ
- 1 : 498,58
- Zugkraft/Heizfläche
- 1 : 10,11
- Rostfläche/Heizfläche
- 1 : 59,08
- Feuerbüchse/Rohrheizfläche
- 1 : 9,91