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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

PLM Algérie 231-132 AT und BT

Algerien 1932 13 gebaut
231-132 BT 1 flickr/Historical Railway Images PD

Die PLM in Algerien benötigte zu Anfang der Dreißiger sehr starke Schnellzuglokomotiven, da die in eingesetzten Ten-Wheeler mit Verbundtriebwerk auch in Doppeltraktion an ihren Grenzen angekommen waren. Die Spezifikationen schrieben vor, dass die neue Lok alleine die Züge mit 19 bis 29 Wagen ausreichend schnell über die oftmals zwei Prozent starken Rampen ziehen können sollte und zudem eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h haben sollte. Das Ergebnis war eine Garratt als „Double Pacific” mit 1.80 m großen Kuppelrädern. 

Im Jahr 1932 wurde bei Franco-Belge ein erster Prototyp gebaut, der zunächst in Frankreich und dann in Algerien getestet wurde. Eine Besonderheit war der rotierende Kohlebunker nach Patent von Beyer-Peacock, der die Kohle automatisch in Richtung Führerstand beförderte. Das Führerhaus war großzügig bemessen und hatte einen Lüfter, um den Komfort bei hohen Temperaturen zu verbessern. Es gab zudem Bedienelemente in beiden Fahrtrichtungen und die Cossart-Steuerung war elektrisch betätigt.

Bei den Erprobungen wurden bis zu 73 Wagen mit Erfolg befördert und die geforderte Geschwindigkeit wurde mit normalen Zügen spielerisch erreicht. Die Zugkraft der Garratt wurde nun mit der Zugkraft von 2,4 Ten-Wheelern gleichgesetzt. Lediglich die besondere Bauart des Kohlebunkers führte ab 120 km/h zu Vibrationen, so dass sie in der Serie nicht mehr verwendet wurde. Die Kylchap-Saugzuganlage wurde in der Serie gegen den üblichen Doppelschornstein der PLM ersetzt. Außerdem spendierte man den Serienlokomotiven eine stromlinienförmige Verkleidung.

Nach der 231-132 AT wurden somit 1936 zwölf 231-132 BT gebaut, die bis zu 132 km/h erreichten und somit vermutlich die schnellsten Garratts waren. Auf besserem Oberbau erwartete man sogar, dass bis zu 140 km/h möglich wären. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Dieselloks eingeführt wurden, ließ die Wartung der Garratts nach. Sie wurden bereits zu Anfang der Fünfziger nach Spanien gebracht und verschrottet.

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft 231-132 AT 231-132 BT
Baujahre 1932 1936
Hersteller Franco-Belge
Achsformel (2'C1')(1'C2') h4t
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft 231-132 AT 231-132 BT
Länge 29,38 m
Radstand 9,45 m
Gesamtradstand 26,51 m
Dienstmasse 192 t 211,6 t
Reibungsmasse 102 t 108 t
Feste Radstände 3,92 m
Achslast 17 t 18 t
Wasservorrat 25.000 l 28.500 l
Brennstoffvorrat 7 t (Kohle)

Kessel

Eigenschaft 231-132 AT 231-132 BT
Rostfläche 5,07 m² 5,4 m²
Feuerbüchse 22 m² 20,47 m²
Rohrheizfläche 236,28 m² 239,19 m²
Verdampfungsheizfläche 258,28 m² 259,66 m²
Überhitzerfläche 69 m² 90,6 m²
Gesamtheizfläche 327,3 m² 350,3 m²

Triebwerk

Eigenschaft 231-132 AT 231-132 BT
Raddurchmesser 1.800 mm
Kesseldruck 16 bar 20 bar
Bauart einfache Dampfdehnung
Zylinder vier, 490 x 660 mm

Leistung

Eigenschaft 231-132 AT 231-132 BT
Energiequelle Dampf
Geschätzte Leistung 1.700 kW (2.311 PS) 1.900 kW (2.583 PS)
Höchstgeschwindigkeit 110 km/h
Zugkraft 239,5 kN 299,3 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft 231-132 AT 231-132 BT
Adhäsionskoeffizient 1 : 4,18 1 : 3,54
Optimale Geschwindigkeit 43 km/h 39 km/h
Leistungsgewicht 8,9 kW/t 9,0 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 506,3 m² 543,2 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 983,32 1 : 916,47
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,88 1 : 1,96
Zugkraft/Heizfläche 1 : 15,28 1 : 17,85
Rostfläche/Heizfläche 1 : 64,55 1 : 64,86
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 10,74 1 : 11,68
Gesamt/Überhitzer 1 : 3,74 1 : 2,87
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