Banner
Navigation
loco-info.com
Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Badische II d

Deutsche Reichsbahn Baureihe 144

Deutschland 1902 18 gebaut
Nr. 747 bei ihrer Auslieferung im Jahr 1905 Werksfoto MBG Karlsruhe PD

Angesichts der zunehmenden Lasten im Schnellzugdienst um die Jahrhundertwende startete die Großherzoglich Badische Staatseisenbahn eine Ausschreibung für eine schwere Schnellzuglok, an der sieben Entwürfe teilnahmen. Gefordert war die Beförderung von 200 Tonnen schweren Zügen auf Steigungen von 3,3 Promille mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h. Der Zuschlag ging an Maffei, welche auch später die Schnellzugmaschinen für Baden entwickelten.

Im Jahr 1902 stellten sie zum Zeitpunkt ihrer Auslieferung die größten ihrer Art in Europa dar mit einem Dienstgewicht von rund 75 Tonnen, welches auf einem Fahrwerk der Achsformel 2'B1' (Atlantic) ruhte. Sie wurden von einem Verbundtriebwerk in Nassdampfausführung angetrieben, dessen vier Zylinder allesamt auf die erste Kuppelachse wirkten. Im Unterschied zu den späteren Maffei-Schnellzugmaschinen war der Rahmen noch nicht als Barrenkonstruktion ausgeführt, sondern wie zu dieser Zeit üblich als Blechrahmen. Auf Grund der langgzogenen Feuerbüchse war der Abstand zwischen der hinteren Kuppelachse und der Nachlaufachse sehr groß. Letztere war als Adamsachse ausgeführt, da der Aschekasten keinen Platz für eine Deichsel erlaubt hätte.

Durch den langen Achsstand und einen großen Kuppelraddurchmesser von 2.100 mm fielen die Loks von Anfang an durch eine außergewöhnlich große Laufruhe auf. Bei Testfahrten im Jahr 1904 mit einem Zug von vier Wagen erreichte man eine Höchst- und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 144 bzw. 116 km/h. Erstere wurde drei Jahre später von der Bayerischen S 2/6 gebrochen, welche ebenfalls eine Maffei-Konstruktion war, jedoch im Gegensatz zur II d nur als Einzelstück zu Testzwecken entwickelt wurde.

Das erste Produktionslos über zwölf Maschinen wurde bei Maffei gefertigt und 1902 ausgeliefert, ein weiteres kam 1905 von der Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe und umfasste sechs Exemplare. Nach dem Ersten Weltkrieg mussten insgesamt zehn Maschinen nach Frankreich abgegeben werden. Somit verblieben nur noch sieben Stück, da eine Maschine bereits 1903 auf Grund eines Unfalls verschrottet werden musste. Die in Deutschland verbliebenen Loks waren noch für eine Umzeichnung zur Baureihe 144 vorgesehen, sie konnten aber auf Grund ihrer nur zwei gekuppelten Achsen kein langes Leben erwarten und wurden somit 1925 ausgemustert. Die nun französischen Loks blieben noch neun weitere Jahre im Dienst.

Technische Daten

Allgemein

Baujahre
1902, 1905
Hersteller
Maffei, MBG Karlsruhe
Achsformel
2'B1' n4v
Spurweite
1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Länge
20,91 m
Radstand
10,42 m
Leermasse
66,8 t
Dienstmasse
75,7 t
Reibungsmasse
33,3 t
Feste Radstände
2,20 m
Achslast
16,7 t
Wasservorrat
20.000 l
Brennstoffvorrat
6 t (Kohle)

Kessel

Rostfläche
3,87 m²
Feuerbüchse
13,62 m²
Rohrheizfläche
196,48 m²
Verdampfungsheizfläche
210,1 m²
Gesamtheizfläche
210,1 m²

Triebwerk

Raddurchmesser
2.100 mm
Kesseldruck
16 bar
Bauart
Verbund
Zylinder
vier, HD: 335 x 620 mm und ND: 570 x 620 mm

Leistung

Energiequelle
Dampf
Geschätzte Leistung
900 kW (1.224 PS)
Höchstgeschwindigkeit
110 km/h
Zugkraft
67,0 kN
Zugkraft einfach
80,4 kN

Berechnete Werte

Adhäsionskoeffizient
1 : 4,88
Optimale Geschwindigkeit
82 km/h
Leistungsgewicht
11,9 kW/t
Heizflächen-Äquivalent
278,2 m²
Zylindervolumen/HFÄ
1 : 961,55
Reibungsmasse/Gesamt
1 : 2,27
Zugkraft/Heizfläche
1 : 6,66
Rostfläche/Heizfläche
1 : 54,29
Feuerbüchse/Rohrheizfläche
1 : 14,43
Switch to English

Einstellungen

Ihre Einstellungen werden nur für diese Browser-Sitzung gespeichert.

Einwilligung zur Verwendung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Ihre Anzeigeeinstellungen zu speichern. Wenn Sie ablehnen, werden die Einstellungen nur für die aktuelle Browser-Sitzung vorgehalten.