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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Preußische T 0

Deutschland 1880 14 gebaut
Erste Ausführung als Omnibuslokomotive Die Lokomotive, September 1907

Die Gattung T 0 bezeichnete zwei Serien kleiner Tenderlokomotiven, die nur auf einer von zwei Achsen angetrieben waren. Bei den ersten vier Maschinen handelte es sich um Omnibuslokomotiven mit einem Gepäckabteil, aber da sich dieser nicht bewährte wurde die zweite Serie als herkömmliche Tenderlokomotiven gebaut. Um verschiedene Antriebe zu testen, wurden jeweils zwei Exemplare der ersten Serie mit einem Zwillings- und einem Verbundtriebwerk ausgestattet. Letztere wurden unter der Mithilfe von August von Borries entwickelt und waren die ersten Preußischen Loks mit dieser Antriebsart. Als Hersteller dieser vier Maschinen fungierte Schichau in Elbing im damaligen Westpreußen.

Im Betrieb konnten die Verbundmaschinen einen deutlich geringeren Kohleverbrauch aufweisen als die anderen. Der zum Verzicht auf einen Gepäckwagen an der Lok angebrachte Gepäckraum erwies sich bald als zu klein. Somit wurde im Jahr 1883 eine zweite Serie beschafft, welche keinen Gepäckraum mehr hatte. Stattdessen war die neue Variante insgesamt stärker ausgeführt als die erste und verwendete ausschließlich ein Verbundtriebwerk. Die Leistunsgssteigerung erreichte man durch einen Kessel mit größerer Rost- und Heizfläche und vergrößerte Zylinder. Zudem stieg dadurch das Gewicht um zwei Tonnen an. Es entstanden zehn Exemplare, die von Henschel geliefert wurden.

Die vier Exemplare der ersten Serie wurden bereits um 1900 ausgemustert oder weiterverkauft. Die restlichen Maschinen blieben weiter im Einsatz, bis sie 1922 ausgemustert wurden. Heute kann noch eine von ihnen im Deutschen Technikmuseum Berlin besichtigt werden. Letztere trägt heute die Nummer 1907 der Direktion Hannover, obwohl die Maschinen tatsächlich die Nummern Hannover 1900 bis 1903, Hannover 6001 bis 6008 und Cassel 6001 bzw. 6002 getragen haben.

Foto und Schnittzeichnung der Normalbauart Die Lokomotive, April 1910

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft Omnibuslokomotive Normalbauart
Baujahre 1880 1883
Hersteller Schichau Henschel
Achsformel 1A n2vt
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft Omnibuslokomotive Normalbauart
Länge 8,20 m 6,40 m
Radstand 4,00 m 3,50 m
Gesamtradstand 4,00 m 3,50 m
Leermasse 15 t
Dienstmasse 18,2 t 20,2 t
Reibungsmasse 9,7 t 10,7 t
Feste Radstände 4,00 m 3,50 m
Achslast 9,7 t 10,7 t
Wasservorrat 1.600 l
Brennstoffvorrat 1 t (Kohle)

Kessel

Eigenschaft Omnibuslokomotive Normalbauart
Rostfläche 0,54 m² 0,8 m²
Feuerbüchse 2,6 m² 3,7 m²
Rohrheizfläche 20,2 m² 30,8 m²
Verdampfungsheizfläche 22,8 m² 34,5 m²
Gesamtheizfläche 22,8 m² 34,5 m²

Triebwerk

Eigenschaft Omnibuslokomotive Normalbauart
Raddurchmesser 1.130 mm 1.150 mm
Kesseldruck 12 bar
Bauart Verbund
Zylinder zwei, HD: 200 x 400 mm und ND: 300 x 400 mm zwei, HD: 270 x 420 mm und ND: 440 x 420 mm

Leistung

Eigenschaft Omnibuslokomotive Normalbauart
Energiequelle Dampf
Geschätzte Leistung 70 kW (95 PS) 120 kW (163 PS)
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h
Zugkraft 10,0 kN 19,7 kN
Zugkraft einfach 12,0 kN 23,7 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft Omnibuslokomotive Normalbauart
Adhäsionskoeffizient 1 : 9,52 1 : 5,32
Optimale Geschwindigkeit 43 km/h 37 km/h
Leistungsgewicht 3,8 kW/t 5,9 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 35,8 m² 53,0 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 745,91 1 : 1.056,20
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,88 1 : 1,89
Zugkraft/Heizfläche 1 : 9,16 1 : 11,94
Rostfläche/Heizfläche 1 : 42,22 1 : 43,13
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 7,77 1 : 8,32
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