Die HGe 3/3 war eine meterspurige Zahnradlokomotive, die für die Berner Oberlandbahn gebaut wurde, als diese 1914 den elektrischen Betrieb aufnahm. Sie hatte drei Achsen und zwei separate Elektromotoren für den Adhäsions- und Zahnradbetrieb. Während im Adhäsionsbetrieb nur ein Motor lief, wurden beide Motoren im Zahnradbetrieb in Reihe geschaltet. Auf flacherem Gelände konnten sie 125 Tonnen bei 25 Promille Steigung ziehen, was sich auf 85 Tonnen bei 90 Promille Steigung auf der Lauterbrunnner Nebenstrecke und auf 60 Tonnen bei 120 Promille Steigung nach Grindelwald reduzierte.
In den Jahren 1913 und 1914 wurden acht Lokomotiven gebaut, die die Nummern 21 bis 28 erhielten. Eine neunte mit der Nummer 29 folgte 1926, die bereits einige Verbesserungen gegenüber den ersten acht aufwies. Ihre Bedeutung schwand nach der Einführung der Triebwagen ABDeh 4/4 im Jahr 1949. Die letzten, die auf der BOB mit Sonder- oder Arbeitszügen im Einsatz waren, waren 2013 die Lokomotiven 24 und 29. Heute ist die 29 auf der Museumsbahn Blonay–Chamby betriebsbereit, während die 24 in Zweilütschinen ausgestellt ist. Die 26 wurde 2020 nach Frankreich überführt, wo eine Privatperson plant, sie zu restaurieren.