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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Sächsische VI K

Deutsche Reichsbahn Baureihen 9964-65 und 9967-71

Deutschland 1918 62 gebaut
99 713 auf der Weißeritztalbahn, Bahnhof Freital-Hainsberg, im Juli 2018 Christian Gebhardt CC BY-SA 4.0

Die Gattung VI K bezeichnete fünffach gekuppelte Tenderloks der Spurweite 750 mm, die ursprünglich während des Ersten Weltkriegs für die Heeresverwaltung entwickelt worden waren. Es ist zu unterscheiden zwischen den 15 während des Krieges gebauten Loks und den 47 nachgebauten und leicht abgewandelten Exemplaren aus den zwanziger Jahren.

Um trotz der fünf gekuppelten Achsen einen guten Kurvenlauf in den engen Radien der Schmalspurbahnen zu erreichen, wurde das Fahrwerk nach dem System Gölsdorf mit der ersten, dritten und fünften Achse verschiebbar ausgeführt. Zeitgemäß wurde das Triebwerk in Heißdampfausführung mit Rauchrohrüberhitzer konstruiert, des weiteren verfügten die neueren Maschinen über eine Feuerbüchse aus Kupfer.

Ab 1925 bezeichnete die Reichsbahn die 1918 und 1919 gebauten Loks als 99 641 bis 99 655. Die restlichen kamen zwischen 1923 und 1927 hinzu und wurden mit den Nummern 99 671 bis 99 717 versehen. Bei ihrem neuen Betreiber kamen die Maschinen auch außerhalb Sachsens zum Einsatz, in etwa in Württemberg und Österreich. Einige wurden sogar ab Werk direkt in die entfernten Regionen gebracht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten sie in beide Teile Deutschlands, eine weitere wurde sogar bis 1962 in der Tschechoslowakei eingesetzt. Bei der Bundesbahn erfolgte die Ausmusterung der letzten VI K 1967. Da die Maschinen bei der ostdeutschen Reichsbahn länger eingesetzt werden sollten, erfolgte in den sechziger Jahren je nach Zustand der einzelnen Exemplare entweder eine Großteilerneuerung oder eine komplette Rekonstruktion. Während bei ersterer Maßnahme geschweißte Kessel, Wasser- und Kohlekästen verbaut wurden, glich die Rekonstruktion fast einem Neubau. Dabei wurden die Loks auf neue Rahmen gesetzt und auch die Führerhäuser erneuert.

Heute existieren noch drei Exemplare, von denen die 99 713 und 99 715 in Sachsen in betriebsfähigem Zustand erhalten und auch eingesetzt werden. Die 99 716 kam seit 1997 ebenfalls zum Einsatz und fuhr zuletzt auf dem Öchsle in Baden-Württemberg, ist aber heute nicht mehr fahrbereit.

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft Ausführung 1918 Ausführung 1923
Baujahre 1918-1919 1923-1927
Hersteller Henschel Henschel, Hartmann, MBG Karlsruhe
Achsformel E h2t
Spurweite 750 mm (750 mm)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft Ausführung 1918 Ausführung 1923
Länge 8,68 m 8,99 m
Radstand 3,72 m
Leermasse 30,4 t 32,5 t
Dienstmasse 40,4 t 42,3 t
Reibungsmasse 40,4 t 42,3 t
Feste Radstände 3,72 m
Achslast 8,1 t 8,5 t
Wasservorrat 4.500 l
Brennstoffvorrat 2 t (Kohle) 2,5 t (Kohle)

Kessel

Eigenschaft Ausführung 1918 Ausführung 1923
Rostfläche 1,61 m²
Feuerbüchse 6,06 m²
Rohrheizfläche 64,32 m²
Verdampfungsheizfläche 70,38 m²
Überhitzerfläche 24,5 m²
Gesamtheizfläche 94,9 m²

Triebwerk

Eigenschaft Ausführung 1918 Ausführung 1923
Raddurchmesser 800 mm
Kesseldruck 14 bar
Bauart einfache Dampfdehnung
Zylinder zwei, 430 x 400 mm

Leistung

Eigenschaft Ausführung 1918 Ausführung 1923
Energiequelle Dampf
Indizierte Leistung 353 kW (480 PS)
Höchstgeschwindigkeit 30 km/h
Zugkraft 110,0 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft Ausführung 1918 Ausführung 1923
Adhäsionskoeffizient 1 : 3,60 1 : 3,77
Optimale Geschwindigkeit 19 km/h
Leistungsgewicht 8,7 kW/t 8,4 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 149,7 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 776,16
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,00
Zugkraft/Heizfläche 1 : 24,22
Rostfläche/Heizfläche 1 : 58,93
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 10,61
Gesamt/Überhitzer 1 : 2,87
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