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loco-info.com
Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Preußische S 4

Deutsche Reichsbahn Baureihe 135

Deutschland 1902 104 gebaut
„Locomotives of all Nations”, Sonderausgabe Locomotive Magazine Weihnachten 1901

Um einen Nutzen aus der gerade aufkommenden Heißdampftechnik zu ziehen, rüstete man 1898 ein Exemplar der S 3 zur Erprobung dieser Technologie um. Sie war die weltweit erste Schnellzuglok dieser Bauart und der eingesetzte Flammrohrüberhitzer war die erste zum Einsatz gekommene Variante des Überhitzers. Dieser bestand aus einem 445 mm starken Rohr, das im Langkessel angeordnet war und das Rohrbündel zum Überhitzen des Dampfes enthielt.

Da diese erste Konstruktion noch nicht vollends überzeugen konnte, aber einen sehr erfolgversprechenden Ansatz zeigte, wurden in den nächsten beiden Jahren zwei weitere Exemplare umgerüstet. Diese hatten den Überhitzer in der Rauchkammer und führten schließlich zu den Serienmaschinen der S 4.

1902 begann man mit der Produktion der Maschinen, die in Wirklichkeit komplett neu konstruiert waren. Obwohl sie das gleiche Gewicht wie die S 3 hatten, konnte die Leistung um etwa ein Drittel gesteigert werden. Während die Vorgängerin in der Ebene 320 Tonnen mit 75 km/h ziehen konnte, waren es nun 80 km/h mit 420 Tonnen. Bei Versuchen mit nur drei Wagen konnte eine S 4 sogar 136 km/h erreichen. Ab 1906 kam schließlich ein Rauchrohrüberhitzer zum Einsatz, wie er später zum Stand der Technik wurde.

Trotzdem wurde die Fertigung 1909 nach nur 104 Exemplaren beendet, da die zugrundeliegende Konstruktion bereits veraltet war und man mit der S 6 eine wesentlich modernere Lok im Angebot hatte. Wie auch bei anderen, älteren Loks übernahm die Reichsbahn 1925 bedeutend weniger Exemplare, als einige Jahre zuvor noch im ursprünglichen Umzeichnungsplan vorgesehen waren. Bereits etwa fünf Jahre nach der Einstellung der Produktion hatte sich die Anzahl halbiert, so dass die Reichsbahn noch 44 Maschinen als 13 501 bis 13 544 einplante. Schließlich wurden gerade einmal vier Loks übernommen, welche bis 1927 auch verschwunden waren.

Prototyp mit Rauchkammerüberhitzer Die Lokomotive, Juni 1910

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft Rauchkammerüberhitzer Rauchrohrüberhitzer
Baujahre 1902-1909
Hersteller Borsig, Henschel, Linke-Hofmann, Humboldt
Achsformel 2'B h2
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft Rauchkammerüberhitzer Rauchrohrüberhitzer
Länge 18,21 m
Radstand 7,20 m
Dienstmasse 54,5 t 50,2 t
Reibungsmasse 32 t 31,9 t
Gesamtmasse 103,5 t
Feste Radstände 2,60 m
Achslast 16 t
Wasservorrat 13.000 l
Brennstoffvorrat 5 t (Kohle)

Kessel

Eigenschaft Rauchkammerüberhitzer Rauchrohrüberhitzer
Rostfläche 2,27 m² 2,32 m²
Feuerbüchse 10,6 m² 10,65 m²
Rohrheizfläche 90,34 m² 93,95 m²
Verdampfungsheizfläche 100,94 m² 104,6 m²
Überhitzerfläche 30,75 m² 33,91 m²
Gesamtheizfläche 131,7 m² 138,5 m²

Triebwerk

Eigenschaft Rauchkammerüberhitzer Rauchrohrüberhitzer
Raddurchmesser 1.980 mm
Kesseldruck 12 bar
Bauart einfache Dampfdehnung
Zylinder zwei, 540 x 600 mm

Leistung

Eigenschaft Rauchkammerüberhitzer Rauchrohrüberhitzer
Energiequelle Dampf
Indizierte Leistung 710 kW (965 PS) 736 kW (1.001 PS)
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h
Zugkraft 90,1 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft Rauchkammerüberhitzer Rauchrohrüberhitzer
Adhäsionskoeffizient 1 : 3,48 1 : 3,47
Optimale Geschwindigkeit 48 km/h 50 km/h
Leistungsgewicht 13,0 kW/t 14,7 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 215,4 m² 225,7 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 1.275,65 1 : 1.217,82
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,70 1 : 1,57
Zugkraft/Heizfläche 1 : 14,29 1 : 13,59
Rostfläche/Heizfläche 1 : 58,01 1 : 59,70
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 8,52 1 : 8,82
Gesamt/Überhitzer 1 : 3,28 1 : 3,08
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