Schlepptenderloks Achsfolge 1A1
2-2-2 „Single”
Die Achsfolge 1A1 bezeichnet eine Dampflok, bei der es eine mittig angeordnete Treibachse und jeweils eine Vor- und eine Nachlaufachse gibt. In unterschiedlichen Ländern wird diese Achsfolge folgendermaßen bezeichnet:
Single
UIC: 1A1
Whyte: 2-2-2
Schweiz: 1/3
Frankreich: 111
Türkei: 13
Lokomotiven dieser Achsfolge wurden überwiegend für Schnell- und Personenzüge eingesetzt und somit war der Durchmesser der Triebräder üblicherweise deutlich größer als der der Laufräder. Außer bei einigen späten Tenderloks waren alle Achsen immer fest im Rahmen gelagert. Um Kurven zwangsfrei durchfahren zu können, waren die Treibräder meist ohne Spurkränze ausgeführt oder zumindest mit deutlich geschwächten Spurkränzen versehen.
Die Bauart wurde 1833 von Stephenson vorgestellt. Sie war dadurch entstanden, dass man die 2-2-0 „Planet” um eine Nachlaufachse erweiterte. Dies war notwendig geworden, als man feststellte, dass die Last auf der angetriebenen Achse der „Planet” höher war, als die Schienen dauerhaft aushalten konnten. Diese erhöhte außerdem die Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten und erlaubte dank des zusätzlichen Gewichts einen größeren Kessel mit einer großzügigeren Feuerbüchse. Eines der frühen Exemplare dieses als „Patentee” bekannten Baumusters war die „Adler”, mit der die erste deutsche Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth gefahren ist.
Nachdem viele Patentees von Stephenson in das In- und Ausland geliefert worden sind, wurden auch einige in Lizenz gebaut und ähnliche entstanden mit der selben Achsfolge. Die „Jenny Lind”, die 1847 von E.B. Wilson & Co. für die LB&SCR gebaut worden war, bildete die Basis für hunderte ähnliche Maschinen. Oft wird sie auch nur „Single” genannt, wobei es jedoch zu Verwechslungen mit der 2'A1 kommen kann. Während der 1840er und für den größten Teil der 1850er Jahre war die 1A1 das Standardmodell für Schnellzüge. Auch Brunel stützte sich bei der Beschaffung von Schnellzugloks für die Great Western überwiegend auf Loks dieser Bauart, die Treibräder mit einem Durchmesser von bis zu acht Fuß oder 2,44 Meter hatten.
Erst mit dem Aufkommen von Schnellzugloks der Achsfolge 1B bzw. 2-4-0 mit großen Kuppelrädern wurde die 1A1 verdrängt, da die gestiegenen Zuglasten und die geforderte Beschleunigung nicht mehr mit einer angetriebenen Achse bewältigt werden konnten. Ab Mitte der 1870er erlebte die 1A1 in Großbritannien eine Renaissance, als durch die Einführung von dampfbetriebenen Sandstreuern die Traktion beim Anfahren verbessert werden konnte. Neben den Singles der Achsfolge 2'A1 wurden nun wieder bis in die 1890er Jahre hinein Schnellzugloks der Achsfolge 1A1 mit Treibrädern gebaut, die deutlich größer als zwei Meter waren.
Lokomotiven
Bayerische „Der Münchner” und A I
Deutschland
Bayerische Ludwigsbahn „Adler” und „Pfeil”
Deutschland
Berlin-Anhaltische Eisenbahn „Beuth”
Deutschland
Eastern Counties Nr. 51 bis 67
Großbritannien
Great Eastern Klasse W
Großbritannien
Great Northern (UK) Sturrock 7 ft Singles
Großbritannien
Great Western Railway Fire Fly-Klasse
Großbritannien
Great Western Railway Klasse 157
Großbritannien
Kaiser Ferdinands-Nordbahn IVa, später Ia
Österreich-Ungarn
Lancashire & Yorkshire Klasse 53
Großbritannien
Leipzig-Dresdner Eisenbahn 1A1-Eilzuglokomotive
Deutschland
London & North Western Nr. 3020 „Cornwall”
Großbritannien
London & North Western Problem- oder Lady of the Lake-Klasse
Großbritannien
London & South Western Canute-Klasse
Großbritannien
London, Brighton & South Coast Hackworth Singles
Großbritannien
London, Brighton & South Coast Stothert-Slaughter 2-2-2
Großbritannien
London, Brighton & South Coast Jenny Lind Singles
Großbritannien
London, Brighton & South Coast „Lancing” Singles
Großbritannien
London, Brighton & South Coast Klasse G
Großbritannien
Mecklenburgische I
Deutschland
Norfolk Railway Nr. 3 bis 5
Großbritannien