Ostdeutsche E-Loks von 1945 bis 1993
Im Vergleich zur Bundesrepublik hatte die DDR nach dem Krieg einen deutlich schwierigeren Start bei der Umstellung von Dampf- auf elektrische Traktion. Obwohl der bisher als „Mitteldeutschland” bezeichnete Raum im heutigen Sachsen und Sachsen-Anhalt ab 1910 eine der ersten elektrifizierten Regionen in Deutschland war, litt man sehr unter den Kriegsreparationen. Dabei wurden die Oberleitungen und viele Gleise abgebaut und in die Sowjetunion gebracht. Auch alle funktionstüchtigen Elektroloks mussten abgegeben werden. Auch der Neubau von Oberleitungen und Elektroloks konnte noch nicht in Angriff genommen werden, da ebenfalls viele moderne Industrieanlagen an die Sowjetunion abgegeben worden waren.
Ab 1952 wurden die Loks und Triebwagen an die DDR zurückgegeben, jedoch in einem sehr schlechten Zustand. Bis die ersten Fahrzeuge wiederaufbereitet waren und die ersten Strecken neu elektrifiziert waren, war es 1955. Nun konnte man sich an die Entwicklung neuer Elektroloks machen. Es dauerte jedoch bis 1961, bis die erste neuentwickelte Elektrolok des Typs E 11 fertiggestellt wurde. Bis Mitte der Siebziger blieb es bei den drei Typen E 11, E 42 und E 251, von denen insgesamt 403 gebaut wurden.
Die E 251 stellt hierbei einen Sonderfall dar, da sie für die Rübelandbahn im Harz entwickelt worden war. Während man zur Neuelektrifizierung der DDR das bereits vor dem Krieg verwendete System mit 15.000 V und 16⅔ Hz verwendet hatte, konnte die Industrie für die als Insel elektrifizierte Strecke keine passenden Umrichter liefern. Somit beließ man es bei den 50 Hertz aus dem nationalen Stromnetz und betrieb die Strecke mit 25.000 Volt. Hierfür wurden 15 sechsachsige E 251 gebaut, die zudem die Steigung von 60 Promille überwinden mussten.
Die weitere Elektrifizierung in der DDR wurde je nach Rohstoffverfügbarkeit und Kapazität der Industrie zeitweise verlangsamt oder wieder beschleunigt. Die neue Generation von ostdeutschen Elektroloks erschien 1974 mit der Baureihe 250. Die in den Achtzigern folgende Baureihe 243 führte eine neuartige elektronische Leistungs- und Geschwindigkeitsregelung ein. Bei beiden wurden konstruktiv eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h vorgesehen, dann aber auf Grund des Zustands des Streckennetzes reduziert.
Nach der Wiedervereinigung kamen diese Loks nach ganz Deutschland, da sie moderner als die meisten Einheits-Elektroloks der Bundesbahn waren und dringender Bedarf nach weiteren Loks bestand. Die Baureihe 250, nun als Baureihe 155 bezeichnet, wurde noch bis 2019 eingesetzt. Die ehemalige Baureihe 243 und ihre Derivate wurden auch nach 2020 noch in den neuen und alten Bundesländern bei der S-Bahn eingesetzt, sind aber heute fast nur noch bei privaten Bahngesellschaften zu finden.
Lokomotiven
Deutsche Reichsbahn E 11
Deutschland
Deutsche Reichsbahn E 42
Deutschland
Deutsche Reichsbahn E 251
Deutschland
Deutsche Reichsbahn Baureihe 212
Deutschland
Deutsche Reichsbahn Baureihe 243
Deutschland
Deutsche Reichsbahn Baureihe 250
Deutschland
Deutsche Reichsbahn Baureihe 252
Deutschland