Victorian Railways Klasse S
Die vier Pacifics der Klasse S wurden von den Victorian Railways in ihren Newport Workshops für den Einsatz vor Schnellzügen zwischen Melbourne und Sydney auf dem Abschnitt bis zur Grenze zu New South Wales gebaut. Eine wichtige Anforderung war, dass sie die Doppelbespannungen ersetzen konnten, die bei der 2'C der Klasse A2 notwendig gewesen waren. Sie wurden von Alfred E. Smith entworfen und waren die schwersten Lokomotiven, die bis dahin in Australien gebaut worden waren.
Ihre Achslast war mit 23,9 Tonnen sehr hoch. Sie hatten einen Barrenrahmen und alle drei Zylinder waren in einem Stück gegossen. Der innere Zylinder wurde über einen Holcroft-Gresley-Hebelmechanismus von den äußeren Zylindern gesteuert. Die Konstruktionsgeschwindigkeit für den regulären Betrieb betrug 70 mph oder 113 km/h.
In den Jahren 1935 und 1936 erhielten alle vier Lokomotiven die neue Rauchkammer, die auch in die A2 integriert worden war. Um die Sicht der Besatzung zu verbessern, wurden Windleitbleche angebracht. Gleichzeitig wurde die Feuerbüchse mit einer Verbrennungskammer, Rohren und Thermosiphons aufgerüstet. Tests mit Messwagen ergaben nun eine Leistung von bis zu 2.300 PS am Zughaken.
Im Jahr 1937 wurde die Klasse für den Einsatz mit den klimatisierten „Spirit of Progress”-Zügen mit einer Stromlinienverkleidung versehen. Diese mussten nun elf Wagen mit einem Gewicht von 553 Tonnen über Steigungen von zwei Prozent ziehen. Um die 190,5 Meilen (306,5 km) nonstop mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 mph (80 km/h) zurücklegen zu können, erhielten sie neue sechsachsige Tender mit 59.000 Litern Wasser. Eine Lokomotive stellte mit 79,5 mph oder 128 km/h einen offiziellen australischen Geschwindigkeitsrekord auf.
Alle vier Lokomotiven wurden nach prominenten Persönlichkeiten aus der Geschichte des Bundesstaates Victoria benannt. Noch 1951 und 1952, als die Umstellung auf Diesel bereits in vollem Gange war, wurden sie auf Ölfeuerung umgerüstet. Ihre Tender fassten nun 9.092 Liter Öl und wogen 113 Tonnen. Es dauerte nur bis 1953, bis die erste ausgemustert wurde, und im nächsten Jahr folgten die anderen drei. Alle hatten mindestens 1,1 Millionen Meilen zurückgelegt, bei der S302 waren es sogar 1.446.408 Meilen.
Technische Daten
Allgemein
- Baujahre
- 1928
- Hersteller
- Newport
- Achsformel
- 2'C1' h3
- Spurweite
- 1.600 mm (Irische Breitspur)
Abmessungen und Gewichte
- Länge
- 23,95 m
- Radstand
- 10,67 m
- Gesamtradstand
- 26,06 m
- Dienstmasse
- 114,1 t
- Reibungsmasse
- 71,6 t
- Gesamtmasse
- 195,7 t
- Feste Radstände
- 4,06 m
- Achslast
- 23,9 t
- Wasservorrat
- 39.096 l
- Brennstoffvorrat
- 9,1 t (Kohle)
Kessel
- Rostfläche
- 4,645 m²
- Feuerbüchse
- 27,128 m²
- Rohrheizfläche
- 262,823 m²
- Verdampfungsheizfläche
- 289,951 m²
- Überhitzerfläche
- 58,622 m²
- Gesamtheizfläche
- 348,6 m²
Triebwerk
- Raddurchmesser
- 1.853 mm
- Kesseldruck
- 14,1 bar
- Bauart
- einfache Dampfdehnung
- Zylinder
- drei, 521 x 711 mm
Leistung
- Energiequelle
- Dampf
- Geschätzte Leistung
- 1.641 kW (2.231 PS)
- Zugkraft
- 187,6 kN
Berechnete Werte
- Adhäsionskoeffizient
- 1 : 3,75
- Optimale Geschwindigkeit
- 53 km/h
- Leistungsgewicht
- 14,4 kW/t
- Heizflächen-Äquivalent
- 542,8 m²
- Zylindervolumen/HFÄ
- 1 : 836,97
- Reibungsmasse/Gesamt
- 1 : 1,59
- Zugkraft/Heizfläche
- 1 : 11,24
- Rostfläche/Heizfläche
- 1 : 75,04
- Feuerbüchse/Rohrheizfläche
- 1 : 9,69
- Gesamt/Überhitzer
- 1 : 4,95