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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Mecklenburgische XXI

Mecklenburgische T 4 und Deutsche Reichsbahn Baureihen 9119 und 91640

Deutschland 1907 56 gebaut
Nr. 714 aus der 30 Maschinen umfassenden Serie von 1907-1914 Werksfoto Henschel PD

Die Gattung XXI war eine der wenigen Loks, die speziell für die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn beschafft worden sind. Sie entstand aus dem Umstand, dass man für Nebenbahnen eine Tenderlok wie die preußische T 9 brauchte, welche jedoch eine zu hohe Achslast hatte. Daher beauftragte man Henschel als Entwickler der T 9 damit, eine ähnliche Lok mit einer Achslast von nur zwölf Tonnen zu bauen. Die so entstandene XXI hatte die gleiche Achsformel 1'C und eine ähnliche optische Erscheinung, war jedoch leichter und hatte kleinere Vorräte. Ab 1910 bekam sie die Bezeichnung T 4.

Zwischen 1907 und 1922 lieferten Henschel und Orenstein & Koppel 50 Maschinen in leicht unterschiedlichen Ausführungen nach Mecklenburg, welche bei der Reichsbahn zur Baureihe 9119 wurden. Dazu kamen 1919 und 1920 noch sechs weitere für die Kleinbahnen der Provinz Sachsen, die später zur Baureihe 9164 wurden. Je nach Baujahr und Ausführung hatten die Loks Achslasten zwischen 11,8 und 14 Tonnen mit unterschiedlich großen Kohlen- und Wasservorräten. Die Treibräder hatten entweder 1.150 oder 1.200 mm Durchmesser und erlaubten eine Höchstgeschwindigkeit von 45 bzw. 50 km/h. Trotz der leichteren Bauweise im Vergleich zur T 9 konnte die indizierte Leistung durch Fortschritte der Technik auf dem gleichen Niveau bleiben.

Die Reichsbahn übernahm alle 50 mecklenburgischen Maschinen und später auch die der Privatbahnen, nachdem diese verstaatlicht worden waren. Nach dem Krieg kamen nur nur vier Loks zur Bundesbahn, wo sie bis 1950 ausgemustert wurden. Zwei weitere standen in Polen und wurden dort als TKi 100 eingesetzt. Die restlichen 32 Stück waren alle in der Ostzone verblieben. Die Hälfte von ihnen musste als Reparationsleistung an die Sowjetunion abgegeben werden, wo sie die Bezeichnung TT bekamen. Die verbliebene Hälfte wurde zusammen mit den ehemaligen Privatbahnloks von der Reichsbahn eingesetzt und bis 1970 ausgemustert.

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft Ausführung 1908 Ausführung 1915 Ausführung 1916
Baujahre 1907-1914 1915 1915-1922
Hersteller Henschel, O&K
Achsformel 1'C n2t
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft Ausführung 1908 Ausführung 1915 Ausführung 1916
Länge 10,38 m 10,80 m
Radstand 5,60 m
Leermasse 35,7 t 37,4 t 42 t
Dienstmasse 45,2 t 46,1 t 52 t
Reibungsmasse 36 t 36,1 t 41,9 t
Achslast 12 t 14 t
Wasservorrat 5.100 l 5.300 l
Brennstoffvorrat 1,5 t (Kohle)

Kessel

Eigenschaft Ausführung 1908 Ausführung 1915 Ausführung 1916
Rostfläche 1,6 m² 1,9 m²
Feuerbüchse 7,41 m² 8,4 m²
Rohrheizfläche 92,5 m² 89,5 m²
Verdampfungsheizfläche 99,91 m² 97,5 m²
Gesamtheizfläche 99,9 m² 97,5 m²

Triebwerk

Eigenschaft Ausführung 1908 Ausführung 1915 Ausführung 1916
Raddurchmesser 1.150 mm 1.200 mm 1.150 mm
Kesseldruck 12 bar
Bauart einfache Dampfdehnung
Zylinder zwei, 410 x 580 mm zwei, 430 x 580 mm

Leistung

Eigenschaft Ausführung 1908 Ausführung 1915 Ausführung 1916
Energiequelle Dampf
Geschätzte Leistung 350 kW (476 PS) 375 kW (510 PS)
Höchstgeschwindigkeit 45 km/h 50 km/h 45 km/h
Zugkraft 86,5 kN 82,9 kN 95,1 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft Ausführung 1908 Ausführung 1915 Ausführung 1916
Adhäsionskoeffizient 1 : 4,08 1 : 4,27 1 : 4,32
Optimale Geschwindigkeit 24 km/h 26 km/h 24 km/h
Leistungsgewicht 7,7 kW/t 7,6 kW/t 7,2 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 137,0 m² 139,9 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 1.118,21 1 : 1.204,11
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,26 1 : 1,28 1 : 1,24
Zugkraft/Heizfläche 1 : 18,08 1 : 17,32 1 : 20,38
Rostfläche/Heizfläche 1 : 62,44 1 : 51,32
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 12,48 1 : 10,65
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