Berninabahn R 1051 und 1052
Rhätische Bahn Xrot d
Kurz nach der Eröffnung der Berninabahn entschied man sich, diese ganzjährig zu betreiben, wofür zwei Schneeschleudern benötigt wurden. Sie wurden von der SLM gebaut, erhielten die Nummern R 1051 und R 1052 und unterschieden sich von anderen Schneeschleudern dadurch, dass sie über einen eigenen Antrieb verfügten. Da es zu dieser Zeit nicht möglich war, gleichzeitig genügend Strom für den Fahrantrieb und die Schneeschleuder aus der Oberleitung zu beziehen, wurden sie mit Dampfantrieb gebaut. Dies hatte zudem den Vorteil, dass sie bei Stromausfällen nach schweren Unwettern oder bei vereisten Oberleitungen weiterhin eingesetzt werden konnten.
Diese Fahrzeuge waren wie Meyer-Lokomotiven mit zwei dreiachsigen Drehgestellen aufgebaut, deren Zylinder jeweils auf der Innenseite lagen. Dieses Fahrwerk konnte Kurven mit einem Radius von 45 m durchfahren. Oberhalb der vier anderen Zylinder waren zwei zusätzliche Zylinder angeordnet, die ausschließlich die Schneeschleuder antrieben. Alle sechs Zylinder hatten die gleichen Abmessungen und arbeiteten mit einfacher Dampfdehnung. Das erste Fahrzeug wurde mit einem Kesseldruck von 13 bar und einem Zylinderdurchmesser von 310 mm gebaut, während das zweite 14 bar und 320 mm aufwies. Die Nennleistung betrug 500 PS für die Schneeschleuder und 300 PS für den Fahrantrieb.
Diese Schneeschleudern konnten bis zu drei Meter hohen Schnee beseitigen. Obwohl sie aus eigener Kraft fahren konnten, wurden sie meist von einer anderen Lokomotive geschoben, damit mehr Leistung für das Schleuderrad zur Verfügung stand. Als die Berninabahn 1944 Teil der RhB wurde, erhielten sie die neuen Nummern R 13 und R 14. 1940 erhielten sie die Bezeichnung Xrot d und wurden erneut in 9213 und 9214 umnummeriert. 1967 wurden sie durch modernere Modelle ersetzt, aber weiterhin betriebsfähig gehalten, falls sie noch benötigt werden sollten. Heute ist 9213 frisch aufgearbeitet, in Pontresina stationiert und wird von Zeit zu Zeit eingesetzt. 9214 gehört seit 1996 zur Museumsbahn Blonay–Chamby.
Technische Daten
Allgemein
- Baujahre
- 1910, 1912
- Hersteller
- SLM
- Achsformel
- C'C' h4
- Spurweite
- 1.000 mm (Meterspur)
Abmessungen und Gewichte
- Länge
- 13,87 m
- Gesamtradstand
- 10,66 m
- Leermasse
- 41,7 t
- Dienstmasse
- 45 t
- Reibungsmasse
- 45 t
- Gesamtmasse
- 63,5 t
- Achslast
- 7,5 t
- Wasservorrat
- 7.000 l
- Brennstoffvorrat
- 4 t (Kohle)
Kessel
- Rostfläche
- 1,6 m²
- Rohrheizfläche
- 110 m²
- Überhitzerfläche
- 17,5 m²
Triebwerk
- Raddurchmesser
- 750 mm
- Kesseldruck
- 14 bar
- Bauart
- einfache Dampfdehnung
- Zylinder
- vier, 310 x 450 mm
Leistung
- Energiequelle
- Dampf
- Indizierte Leistung
- 589 kW (801 PS)
- Höchstgeschwindigkeit
- 35 km/h
- Zugkraft
- 137,2 kN
Berechnete Werte
- Adhäsionskoeffizient
- 1 : 3,22
- Optimale Geschwindigkeit
- 26 km/h
- Leistungsgewicht
- 13,1 kW/t
- Reibungsmasse/Gesamt
- 1 : 1,00