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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Belgische Eisenbahn Type 36

Belgien 1909 153 gebaut
Locomotive Magazine, Juni 1910

Jean-Baptiste Flamme entwickelte einige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg einen sehr leistungsfähigen Kessel, der gleichzeitig in eine Güter- und eine Schnellzuglok eingebaut werden sollte. So entstand zunächst ab 1909 die Type 36 mit der Achsfolge 1'E und ab 1910 die Pacific der Type 10. Die Kessel unterschieden sich nur in der Feuerbüchse, die bei der Type 10 genug Platz zwischen der letzten Kuppelachse und der Nachlaufachse hatte, bei der Type 36 aber oberhalb der letzten beiden Kuppelachsen untergebracht werden musste.

Die sehr große Feuerbüchse verfügte über eine Strahlungsheizfläche von 19 Quadratmetern und beinhaltete einen Rost von 5,1 Quadratmetern. Der Langkessel verjüngte sich vor der Feuerbüchse, hatte aber auch im vorderen Bereich noch einen großen Durchmesser. Er machte die Type 36 zur stärksten Güterzuglok Europas.

Zur Gewährleistung des Kurvenlaufs waren die Vorlaufachse zusammen mit der ersten Kuppelachse zu einem Zara-Lenkgestell zusammengefasst und die letzte Kuppelachse 29 mm seitlich verschiebbar. Die vier Zylinder befanden sich alle in einer Ebene und wurden zur einfacheren Wartung nur von zwei außenliegenden Heusinger-Steuerungen geregelt. Die inneren Zylinder wirkten auf die zweite Kuppelachse und die äußeren auf die dritte.

In einer ersten Serie wurden 136 Exemplare fertiggestellt, 17 weitere folgten erst nach dem Ersten Weltkrieg. 113 der Vorkriegsmaschinen wurden im Krieg nach Frankreich gerettet, wo sie auf Grund ihrer hohen Achslast keine Verwendung fanden. Es erfolgte bereits 1915 ein Verkauf von 60 Stück an Russland, wo sie auf den normalspurigen Strecken im Osten Europas eingesetzt werden sollten. Letztlich wurden sie auf Breitspur umgespurt und bis 1962 in der Sowjetunion eingesetzt.

Die nach Belgien zurückgekehrten Maschinen wurden in den Zwanzigern mit Doppelschornsteinen und längeren Rauchkammern versehen. Zusammen mit weiteren kleineren Umbauten, die bis Anfang der Vierziger vorgenommen wurden, erhöhte sich die Dienstmasse um knapp vier Tonnen und die Leistung auf 2.300 PS. Sie wurden nun als Type 36bis bezeichnet und bis 1947 eingesetzt.

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft Auslieferungszustand Umbau 36bis
Baujahre 1909-1914, 1921-1922
Hersteller Haine-Saint-Pierre, Tubize, Boussu, Énergie
Achsformel 1'E h4
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft Auslieferungszustand Umbau 36bis
Radstand 10,12 m
Gesamtradstand 16,83 m
Leermasse 89,8 t
Dienstmasse 104,2 t 108 t
Reibungsmasse 87,8 t 92 t
Gesamtmasse 157,8 t 161,6 t
Feste Radstände 3,70 m
Achslast 17,8 t 18,5 t
Wasservorrat 24.000 l
Brennstoffvorrat 7 t (Kohle)

Kessel

Eigenschaft Auslieferungszustand Umbau 36bis
Rostfläche 5,1 m²
Feuerbüchse 18,95 m²
Rohrheizfläche 220,05 m² 212,05 m²
Verdampfungsheizfläche 239 m² 231 m²
Überhitzerfläche 62 m² 75,8 m²
Gesamtheizfläche 301,0 m² 306,8 m²

Triebwerk

Eigenschaft Auslieferungszustand Umbau 36bis
Raddurchmesser 1.450 mm
Kesseldruck 14 bar
Bauart einfache Dampfdehnung
Zylinder vier, 500 x 660 mm

Leistung

Eigenschaft Auslieferungszustand Umbau 36bis
Energiequelle Dampf
Geschätzte Leistung 1.400 kW (1.903 PS) 1.425 kW (1.937 PS)
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h
Zugkraft 270,8 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft Auslieferungszustand Umbau 36bis
Adhäsionskoeffizient 1 : 3,18 1 : 3,33
Optimale Geschwindigkeit 32 km/h
Leistungsgewicht 13,4 kW/t 13,2 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 457,8 m² 477,4 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 1.132,41 1 : 1.085,92
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,19 1 : 1,17
Zugkraft/Heizfläche 1 : 18,79 1 : 18,44
Rostfläche/Heizfläche 1 : 59,02 1 : 60,16
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 11,61 1 : 11,19
Gesamt/Überhitzer 1 : 3,85 1 : 3,05
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