Tenderloks Achsfolge B
0-4-0T „Four-coupled”
Die einfachste Form einer Tenderlok, bei der die gesamte Masse als Reibungsmasse verfügbar ist, hat nur zwei angetriebene Achsen und keine Laufachsen. In den unterschiedlichen Bezeichnungssystemen gibt es die folgenden Entsprechungen:
Four-coupled
UIC: B t
Whyte: 0-4-0T
Schweiz: E 2/2
Frankreich: 020 T
Türkei: 22
Die ersten Tenderloks dieser Achsfolge wurden um 1850 in Großbritannien gebaut. Als erste in Serie gebaute Maschinen gelten sechs Loks mit Satteltank, die Robert Sinclair für die Caledonian entwickelte. Zu dieser Zeit wurden sie im Allgemeinen als Güterzugloks parallel zu Schlepptenderloks der gleichen Achsfolge eingesetzt. Als diese Loks nicht mehr stark und schnell genug für reguläre Güterzüge waren, diversifizierte sich ihr Einsatzgebiet.
Ein Einsatzbereich für diese Loks war nun der Rangierdienst. Da man für die hier gefahrenen Geschwindigkeiten keine Laufachsen benötigte, konnte man das gesamte Gewicht der Lok als Reibungsmasse nutzen. In den 1880er Jahren wurden zunehmend Rangierloks der Achsfolge C gebaut, um besser mit den gestiegenen Zuggewichten zurechtzukommen.
Auf Lokalbahnen konnten Tenderloks der Achsfolge B auch im Einsatz vor Personenzügen angetroffen werden, da hier keine hohen Geschwindigkeiten gefahren wurden und der Fokus auf günstigen Maschinen lag. Auch auf Schmalspurbahnen boten sich kleine Tenderloks an, die mit nur zwei Achsen kein Problem beim Durchfahren der meist engen Kurven hatten.
Einige Hersteller boten standardisierte Tenderloks für Industrie- und Kleinbahnen an, die teilweise bereits ohne Bestellung vorproduziert wurden und dann bei Bedarf schnell ausgeliefert werden konnten. Dies war vor allem bei kleinen Tenderloks der Fall, die für unterschiedliche Spurweiten gefertigt wurden. Etwa die Avonside Engine Company war bekannt dafür, einfache, aber robuste Maschinen etwa in der Achsfolge B anzubieten.
Lokomotiven
Avonside Engine Company Standard Schmalspur 0-4-0T
Großbritannien
Badische I e
Deutschland
Bayerische D IV und Pfälzische Eisenbahnen T 1
Deutschland
Bayerische D VI
Deutschland
Bayerische PtL 2/2
Deutschland
k.k. Staatsbahnen Reihe 88
Österreich-Ungarn
Moel Tryfan Quarry „Tryfan” und „Cadfan”
Großbritannien
Cape Copper Co. 0-4-0WT Condenser
Südafrika
Natal Railway 0-4-0WT „Natal”
Südafrika
Nordostbahn E 2/2
Schweiz
Oldenburgische T 1
Deutschland
Pfälzische Eisenbahnen T 2I
Deutschland
Pfälzische Eisenbahnen L 2
Deutschland
Preußische T 1
Deutschland
Sächsische VII T (Bauart Hartmann)
Deutschland
Sächsische VII TOV
Deutschland
Staatsspoorwegen (NL) Serie 650
Niederlande
Tramelan-Tavannes-Bahn G 2/2
Schweiz
Württembergische T
Deutschland
Ffestiniog Railway Nr. 5 und 6 „Large England Class”
Großbritannien
London & North Eastern Klasse Y10
Großbritannien
Preußische und Oldenburgische T 2
Deutschland
York & North Midland Nr. 33
Großbritannien
Scottish Gas Board B-Satteltanklokomotive
Großbritannien
Ffestiniog Railway Nr. 1 bis 4 „Small England Class”
Großbritannien
London & North Western 4ft Shunter
Großbritannien