Der ETR 200, kurz für „Elettro Treno Rapido 200”, war der erste italienische elektrische Hochgeschwindigkeitszug. Er wurde in den 1930er Jahren hauptsächlich für die Strecke Mailand–Bologna–Florenz–Rom–Neapel entwickelt und war konstruktiv für 175 km/h vorgesehen be einer betrieblichen Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Jeder Zug bestand aus drei Wagen, die mit Jakobs-Drehgestellen verbunden waren. Sechs der acht Achsen wurden von einem 175-kW-Fahrmotor angetrieben. Die Frontpartien waren in einem Windkanal aerodynamisch optimiert worden.
Im Dezember 1937 stellte ein Zug einen Geschwindigkeitsrekord von 201 km/h auf. Im Juli 1939 verbesserte ein anderer diesen Rekord auf 203 km/h und stellte gleichzeitig einen weiteren Rekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 165 km/h zwischen Florenz und Mailand auf. Im selben Jahr wurde ein Zug auf Anweisung Mussolinis zur Weltausstellung nach New York geschickt.
Anfang der sechziger Jahre wurden sie zu ETR 220, 230 und 240 umgebaut, wo sie einen vierten Wagen und weitere Verbesserungen erhielten und für eine Betriebsgeschwindigkeit von 180 km/h zugelassen wurden. Sie blieben bis Anfang der achtziger Jahre im regulären Dienst und wurden bis in die neunziger Jahre als Charterzüge eingesetzt. Der ETR 232, ursprünglich mit der Nummer ETR 212, ist heute der einzige, der erhalten geblieben ist. Es war der Zug, der 1939 den Rekord aufgestellt hatte und ist immer noch fahrbereit.