Die Klasse D55, vor 1924 als K1353 bezeichnet, war eine Güterzuglokomotive der Achsfolge 1'D, die 1918 von den New South Wales Government Railways (NSWGR) eingeführt wurde. Sie besaß denselben Kessel wie die ältere Klasse TF939 bzw. D53, nachdem diese mit einem Überhitzer ausgerüstet worden war. Der wichtigste Unterschied zur D53 bestand darin, dass die D55 mit einer Southern-Steuerung ausgestattet war. Gleichzeitig war sie die erste große Lokomotive in New South Wales, deren Steuerung außenliegend angeordnet war. Nachdem der Prototyp 1918 von Clyde Engineering fertiggestellt worden war, dauerte es noch zwei Jahre, bis die Serienfertigung anlief. Die ersten 91 Exemplare erhielten Überhitzer eigener Konstruktion der Bahn, weitere 29 wurden mit Schmidt-Überhitzern ausgerüstet. Die letzten 30 Lokomotiven erhielten zusätzlich selbstreinigende Rauchkammern. Die Produktion endete 1925 nach insgesamt 120 gebauten Lokomotiven, obwohl ursprünglich 300 Maschinen bestellt worden waren.
Um eine ausreichende Reichweite sicherzustellen, wurden diese Lokomotiven mit großen „Wampu“-Tendern gekuppelt, die 13 Tonnen Kohle aufnehmen konnten. Zwei Lokomotiven wurden für den Postzugdienst ausgewählt und mit einem besonderen Masseausgleich an den Kuppelrädern ausgestattet. Später erhielten alle Maschinen neue Kessel mit einer etwas größeren Feuerbüchsen-Heizfläche sowie Schmidt-Überhitzern. Während der Kohlekrise, die 1946 begann, wurden 70 Lokomotiven auf Ölfeuerung umgebaut und mit Tendern versehen, die 2.400 Gallonen (rund 9.100 Liter) Öl aufnehmen konnten. Weitere Umbauten ergänzten die Tender um Heizeinrichtungen, sodass nun auch Rohöl verfeuert werden konnte. Als wieder ausreichend Kohle verfügbar war, wurden die meisten ölgefeuerten Lokomotiven ausgemustert, während 16 auf Kohlefeuerung zurückgebaut wurden. Die letzte Lokomotive dieser Klasse wurde 1967 ausgemustert.